Delitzscher Barockschloss

In Delitzsch locken Tiergarten, Schwimmbad, die Seenlandschaft, die historische Altstadt mit ihrer mittelalterlichen Stadtmauer und den Türmen jährlich zehntausende Gäste und Touristen an. Den Höhepunkt eines Rundganges durch die Stadt für den architekturgeschichtlich oder kunsthistorisch interessierten Besucher bildet das im 17. Jahrhundert erbaute Delitzscher Barockschloß. Von 1998 bis 2008 stand ich dieser Einrichtung als Museumswissenschaftler und Historiker vor, habe die bauliche Sanierung bis zum Abschluß 2006 sowie von 1995 bis 2000 fachlich die Planung und Umsetzung des barocken Schloßgartens angeleitet.

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Mit der Tourismusinformation, den fürstlichen Residenzräumen und dem begehbaren Turm steht den Besuchern dieses überregional bedeutsame Baudenkmal von Dienstag bis Sonntag offen. Sie sind herzlich eingeladen in die Vergangenheit abzutauchen und sich überraschen zu lassen. Im Anschluss haben Sie noch die Möglichkeit des Besuches im Deutschen Genossenschaftsmuseum in der Kreuzgasse 10. Dort befand sich eine der Wirkungsstätten von Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883), einem der Gründungsväter des Genossenschaftsgedankens und der Genossenschaftsidee.

„Was der Einzelne nicht schafft, das schafft man gemeinsam“.

Das war der Leitgedanke, der in Delitzsch seit 1849 unter Anleitung von Schulze zur Gründung zahlreicher Genossenschaften führte. Im Jahre 2011 regte ich die Ausarbeitung einer möglichen Bewerbung mit dem „Genossenschaftsgedanken“ als Immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO an. Nach gemeinsamer Bewerbung der Deutschen-Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft aus Sachsen und der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft aus Rheinland-Pflaz gelang nach Beschluss der Kulturministerkonferenz 2015 die Anerkennung der „Genossenschaftsidee“ als Kulturerbe.